Schaeferberg vor SiedlungsbauAußer den noch existierenden Ruhestätten, dem Friedhof in Thiede sowie der Grabstätte am ehemaligen Steterburger Kloster gab es noch weitere Plätze, an denen Menschen aus unserer Gegend ihre letzte Ruhe fanden.

Am Stift Steterburg gab es einen Friedhof, auf dem die Stiftsdamen beerdigt wurden. So heißt es in Dokumenten des Staatsarchivs Wolfenbüttel: „Anlage eines Friedhofes für die Äbtissin und die Konventualinnen des Stifts Steterburg.“

Ein weiterer Friedhof befand sich auf dem Gebiet der heutigen Siedlung Steterburg. Dies ist in der folgenden Karte zu erkennen. Diese Karte zeigt nördlich gelegen die heutige Danziger Straße (klicken zum Vergrößern).

Das folgende Foto (herzlichen Dank an Rüdiger Jaensch für die Zusendung!) zeigt den Siedlungsbau Steterburg und den erwähnten „alten Friedhof“.

Die Blickrichtung ist von der heutigen Danziger Straße Richtung Süd-West -> mit Blick auf die rückwärtigen Häuser der heutigen Breslauer Straße. Auf dem Foto links ist im Vordergrund noch die zum „alten Friedhof“ gehörende alte Kapelle zu sehen, die 1938 abgerissen wurde. Das Gebiet hinter den Häusern von Danziger Str., Breslauer Str., Sternkamp und Schäfersteig wurde als Friedhof genutzt. Grabsteine, die dort noch bis in die 70er Jahren standen, sind heute verschwunden. Ein Kinderspielplatz wurde mittlerweile an dieser Stelle eingerichtet.

Zum Vergrößern auf die Fotos klicken.

 Siedlungsbau alte Kapelle

Die Beschriftung auf der Rückseite des Bildes. Es wurde nach diesen Angaben am 8. Juni 1938 aufgenommen.

Sieldungsbau Rueckseite 1938 Steterburg

Text:
Auf der Strasse Steterburg-Nortenhof-Üfingen aufgenommen am 8. Juni 1938 Siedlung Steterburg I.
Blick: nach Süden - Die Neubauten der Siedlung
Das Foto wurde 200m westlich vom Dorfausgang Steterburg aufgenommen.

[Anmerkung: Die Straße Steterburg-Nordenhof-Üfingen ist die heutige Danziger Straße. Die genannte Blickrichtung nach Süden kann nicht stimmen. Das Foto ist eher in Richtung Westen aufgenommen.]
Siehe das folgende Foto: Die roten Pfeile zeigen den Bildausschnitt, der grüne und der blaue Pfeil zeigen auf markante Punkte, die auf dem Foto erkennbar sind, im Abgleich zum Google-Luftbild. So kann der Standort des Fotografen nachträglich ungefähr lokalisiert werden:
Standort Fotograf Friedhof 1938

Hier ein weiteres Foto mit Blick auf die Kapelle des alten Friedhofs. Der Standort des Fotografen war weiter östlich, wahrscheinlich am heutigen Schäfersteig.

Alter Friedhof 1938

Ein Foto aus dem Jahr 2013 zeigt das ehemalige Friedhofsgelände. Dort ist nun ein Kinderspielplatz entstanden. In dem Bereich der Bäume, etwa zwischen Baskettball-Korb und Garagen (weiß) stand die Kapelle.

Friedhof heute

Eine Google-Ansicht verdeutlich den ehemaligen Standort der Kapelle.

{mosmap width='750'|height='640'|lat='52.194204'|lon='10.465312'|zoom='18'|mapType='Hybrid'|showMaptype='1'|overview='0'|text='Ehemaliger Standort der Kapelle (abgerissen im Jahre 1938) auf dem alten Friedhof'|tooltip='Alter Friedhof, heutiger Spielplatz'|marker='1'|align='left'|lang='DE'}

Gesucht werden Fotos von den Grabsteinen, die bis in die 70er Jahre auf dem Friedhof standen. Wer kann helfen?


Update Februar 2015: Peter Heinemeyer aus Wolfenbüttel
schickte mir die folgende Datei. Die Beschreiberung einer Rundfahrt mit dem Fahrrad über 60km zum Besuch von vergessenen Orten: Friedhöfe. Darin ist - neben anderen Friedhöfen in Steterburg und Thiede - auch der hier beschriebene erwähnt. (>klick<).
Herzlichen Dank!

Kommentare   

0
Hallo Reiner,

der Standort der Kapelle im letzten Bild passt aber nicht zum ersten Bild. Müsste sie nicht weiter südlich stehen?

Was meinst Du im Text mit 'ehemaliges Kloster'? Das Redemtoristen-Kloster am Klosterweg ist noch als solches in Funktion. Ich weiß allerdings nicht, wieviele Grabstellen sich im Klostergarten befinden, mir ist (mit Namen) nur eine bekannt.

Axel
Antworten
0
zitiere Jummel:
...der Standort der Kapelle im letzten Bild passt aber nicht zum ersten Bild. Müsste sie nicht weiter südlich stehen?

Ja, irgendwie passt das nicht. Meine Erinnerung sagt, dass links neben dem noch heute vorhandenen Verbindungsweg zwischen Sternkamp Richtung Danziger Straße ein roter Klinkerbau stand. Dort, wo auch heute noch die großen Bäume stehen. Aber meine Erinnerung kann falsch sein. Hartmut Alder sagte mir gestern, dass er eine Landkarte besitzt, auf der die Kapelle etwa in der Mitte des heutigen Kinderspielplatzes gestanden haben soll. Das passt aber gar nicht zu den vorhandenen Fotos. Die Karte bekomme ich und werde sie hier einstellen.
zitiere Jummel:
Was meinst Du im Text mit 'ehemaliges Kloster'? Das Redemtoristen-Kloster am Klosterweg ist noch als solches in Funktion.

Sorry, genau das meinte ich - entschuldige die unkonkrete Wortwahl. Zum Betrieb dieses Friedhofs weiß Michael Skalla mehr zu berichten, weswegen ich dort nachgefragt habe. Antwort folgt.
Danke und viele Grüße!
Reiner
Antworten
+5
Das hat mir jetzt keine Ruhe gelassen... :-)
Ich habe gerade einen ruhigen Bürovormittag genutzt und habe mir das noch einmal ausgezirkelt.

Ich bekomme nach Auswertung beider Bilder als ungefähren Standort der Kapelle den Bereich des Baskeballkorbs heraus.

Hast Du Dich evtl. bei der Interpretation Deines Bildes oben mit den bunten Pfeilen vertan? Der helltürkis-farbene Pfeil gibt in etwa die Blickrichtung zur Kapelle an. Und der Pfeil geht auch am Basketballkorb entlang.

Wurde vielleicht die Fläche vor dem Basketballkorb extra gepflastert, damit da nicht jemand anfängt zu buddeln?

Viele Grüße
Axel
Antworten
+6
Fein, da hast Du prima ausgezirkelt. :P
Genau deswegen hatte ich diesen türkis-farbenen Pfeil eingezeichnet, mich aber dann von meiner (offensichtlich falschen) Erinnerung leiten lassen. Laut Hartmut Alder wurde die Kapelle 1938 abgerissen. Darum ist es unmöglich, dass ich diese Kapelle je gesehen habe, da ich zur Abrisszeit nicht einmal in Planung war. :-*

Zu dem Friedhof am Redemtoristen-Kloster am Klosterweg schreibt Michael:
Es müssten sieben Brüder und Pater ihre letzte Ruhe gefunden haben. Die letzte Beerdigung war im letzten Jahr (Pater Ditzer). Solange das Kloster besteht, wird bei Tod eines Mitbruders dieser auf dem Klosterfriedhof beerdigt.

Die Standortdaten in der Google-Karte sind nun korrigiert.
Vielen Dank und herzliche Grüße!
Antworten